
Freiheit,
Vielfalt und Individualität sind sehr sehr wichtige Punkte im
GeKu-Haus, und ich ärgere mich über jede Sache, die man nur
"so oder so" machen
kann. Mein Ideal ist, daß ganz viele Leute ganz viele Wege gleichzeitig gehen,
sich
gegenseitig über die Schultern schauen und sich beraten und
hilfsbereit sind. Jeder Punkt, in dem man nur einen Weg gehen kann, ist
für mich ein Problem (ich befürworte noch nicht einmal das so
hoch angesehene "Sich-Einig-Werden" - ich liebe Individualität UND
Gemeinschaft!)
Leider ist es aber so, daß man an EINEM Ort eine Sache
oft nur so oder
so machen kann. Der einzige Grund, warum ich in solchen Fällen
überhaupt ein gutes Gewissen dabei habe, Dinge festzulegen, liegt
darin, daß ich ja nur ein kleines Haus starte in einer Stadt und
einem Land voll von anderen Häusern und anderen Projekten, die
alle überhaupt nichts mit mir zu tun haben. Erst die Tatsache,
daß man nur ein kleines Projekt macht, erlaubt es m.E., nur
Teilmengen des
eigentlich Möglichen zu realisieren. Und nur so wird ein Projekt
überhaupt möglich, denn keine Sache kann ALLES abbilden. Erst
die Vielfalt verschiedener Ansätze schafft ein so freies und
schönes Umfeld, wie es in unseren westlichen Ländern zur Zeit
möglich ist.
Das
GeKu-Haus ist der VERSUCH, Alt&Jung dadurch zusammenzubringen,
daß sie sich gegenseitig hilfsbereit und nützlich sind.
Im Unterschied zu anderen Mehrgenerationenhäusern soll das
erreicht werden, indem besonders aktive jüngere Leute dadurch
"geködert" werden, daß sie unglaublich gute Bedingungen zur
Existenzgründung, als Künstler, zum Arbeiten, zur
Vernetzung und letztlich für den beruflichen (&
persönlichen?) Erfolg finden.
|
Mit
anderen Worten: Nach meinem Eindruck konzentrieren sich
bisherige Mehrgenerationenkonzepte zu sehr auf den Bereich "Wohnen,
Kinderbetreuung, Einkaufen, Feiern...". Doch das zentrale Thema vieler
junger Leute ("Existenz aufbauen!") wird nicht bearbeitet. Das ist bei
uns anders geplant - siehe oben. Und tolles Wohnen, tolle
Atmosphäre, Kinderfreundlichkeit sind dazu kein Widerspruch - ganz
im Gegenteil!!
Probleme und Einschränkungen, die jede(r) akzeptieren
muss
Viele
weitere Punkte kommen hinzu,
folgen oft daraus, und ich schreibe alles hier ganz ausführlich,
um sicherzustellen, dass nur diejenigen einziehen oder das Haus sonst
irgendwie nutzen, die für sich ähnliche
Entscheidungen getroffen haben oder die diese Entscheidungen tolerieren
können:
- Es ist viel überlegt,
geredet und im Internet geschrieben worden.
- Jeder Immobilien-Profi würde sich die Haare raufen,
weil immer die Gefahr besteht, dass irgendwer irgendwas missverstanden
hat und/oder auf irgendetwas, das irgendwann mal gesagt oder
geschrieben wurde, festnageln will. Deshalb diese Vereinbarung, die
jede(r) akzeptieren muss:
Es gilt das, was im
Mietvertrag und auf dieser Seite steht und
was konkret
im Haus ausgemessen und besichtigt werden kann!
Alles andere
sind Überlegungen, Brainstormings, Wünsche, Ideen -
aber sie
sind nicht verbindlich für das Mietverhältnis.
Falls irgendwem weitere
Vereinbarungen wichtig sind, dann muss
er/sie dafür sorgen, dass
diese in den Mietvertrag aufgenommen werden,
sonst sind sie nicht gültig!
- Kosten
- Wenn man nur seine eigene Wohnung, nur sein WG-Zimmer
betrachtet, dann erscheint die Miete hoch. Wer das so sieht, sollte
besser in einem Haus mieten, das in der Miete nicht auch noch 2 Saunen,
Massageraum, Ruheraum, Liegen, Dachterrasse, Loungebereich,
Gemeinschaftsküche, BBQ,... anbietet. Natürlich ist die Miete
in solchen Häusern billiger! Im GeKu-Haus sind die Mieten 50%
teurer als in vergleichbaren Häusern, weil jeder vermietete QM
einen halben QM in den Gemeinschafsbereichen mit finanzieren muss. Wir
haben RIESIGE Gemeinschaftsbereiche, und diese sind die schönsten
Bereiche im ganzen Haus.
- Wir sind kein Alters- oder
Pflegeheim!
- Es
ist
ein ganz normales Wohnhaus, das freiwillig, ohne gesetzlichen
Zwang, versucht, auf pfiffige und preiswerte Art so gute Bedingungen
wie möglich für das Altwerden zu schaffen - in der Hoffnung,
dass man hier länger in den eigenen vier Wänden bleiben kann,
als in Wohnhäusern, die sich nicht soviel Mühe geben. Wir
versuchen, dem
Standard von Pflegeheimen in unserer Einrichtung (nicht personell!)
nahezukommen,
erreichen m.E. sehr gute Lösungen, die aber nicht immer der
jeweiligen Norm entsprechen (was für uns auch nicht notwendig
ist). Ziel sind preiswerte, seniorengerechte Lösungen, die zudem
auch noch erstklassig aussehen und nicht den Eindruck von "Krankenhaus"
vermitteln.
- Das ganze Haus ist der Versuch,
etwas Neues zu schaffen
- Es
ist
lebendig, es ist ein Prozess, es wird Probleme geben, es wird
vieles zu diskutieren sein, es wird immer wieder Änderungen geben,
über manches wird abgestimmt werden, doch der Hausbesitzer
(Reinhard Wiesemann) hat immer ein Vetorecht (denn er muss ja mit allem
leben, während alle anderen jederzeit wieder ausziehen
können) und kann vieles natürlich auch als Hausbesitzer
selbst bestimmen.
- Ganz vieles passiert nur dann, wenn DU es tust. Das
GeKu-Haus ist nicht das Vehikel, mit dem andere Leute die Arbeit tun,
damit das passiert, was Du gern möchtest.
- Es
soll ausdrücklich Konkurrenz für
möglichst vieles geschaffen werden, was das Haus anbietet. Das
GeKu-Haus soll KEINE zentralverwaltete Einrichtung werden, bei der man
das akzeptieren muß, was die Verwaltung bietet. Es wird
massenweise Möglichkeiten geben, selbst eigene Ideen zu
verwirklichen. Aber TUN muß man dann schon selbst, wenn
man das, was andere tun für nicht ausreichend hält. Und im
GeKu-Haus kann man damit dann sogar noch Geld verdienen, wir hoffen auf
einen regen Austausch von Leistungen unter den Bewohnern. Auf Geld-
oder auf Tauschbasis muss jede(r) selbst entscheiden.
- Man
muss mit Kompromissen und Unsicherheiten leben
- Viele von uns sind es gewohnt, im Supermarkt, beim
Möbelhändler und im Reisebüro eine Auswahl fertiger
Produkte gezeigt zu bekommen, und sie wählen dann das aus, was
ihnen am Besten gefällt. Den Prozess, der dazu geführt hat,
dass der Schrank so ist, wie er ist, dass die Marmelade so schmeckt,
wie man sie genießt - diesen Prozess kennen die meisten gar
nicht, sie kennen nur fertige Produkte, aber nicht den
Entwicklungsprozess, wie Ingenieure und Designer in teils jahrelanger
Arbeit ein Produkt von der Idee bis zu dem entwickelt haben, was man
letztlich im Regal kaufen kann.
- Das
GeKu-Haus ist solch' ein Entwicklungsprozess,
und als Hauseigentümer bin ich nicht der Einzige, der von
Unsicherheit, Kompromissen, Risiken usw. betroffen ist. JEDE(R) hier
kommt in einen permanenten Entwicklungsprozess hinein. Da wird
ausprobiert, eine Sache ist erst
so, später dann anders, zwischendurch vielleicht 'mal nicht
nutzbar weil sie umgebaut wird. Letztlich wird das Haus nie ganz
experimentierfrei, im Anfang sind die Experimente und
Einschränkungen jedoch besonders
ausgeprägt.
- Wem Konstanz, Vorhersagbarkeit, "zugesicherte
Eigenschaften", perfekte Funktion von
allem wichtig ist, der soll bitte in ein anderes Haus ziehen. Ich
sichere als Hausbesitzer weniger bestimmte Eigenschaften von Dingen zu
(die können sich immer ändern, ich möchte immer die
Freiheit haben, permanent zu verbessern und auch mal etwas zu
entfernen, das sich nicht bewährt hat) sondern vor allem
außergewöhnliches Engagement, versuche
allen gerecht zu werden und alles funktions- und designmäßig
so gut wie möglich zu machen, mich intensiv mit allen zu beraten,
aber letztlich muss ich in ganz vielen Punkten entscheiden und tun. Und
ich erwarte, dass alle
bereit sind, immer wieder auch mal mit nicht 100%ig gelungenen
Experimenten zu leben, auch mal Nachteile in Kauf zu nehmen, und nicht
alles auf mich abwälzen.
- Nochmal ganz klar:
Hier zu mieten bietet mehr Chancen, aber auch ein höheres Risiko
als irgendein x-beliebiges Mehrfamilienhaus! Es kann sich immer
irgendetwas
ändern, wegfallen,... Ein solches Haus ist
kein Industrieprodukt, sondern eine permanente
Annäherung an ein nie endgültig definiertes Ziel.
Wer in dem, was er als Mieter bekommt, Konstanz und Sicherheit haben
will, für den ist das Haus vielleicht erst nach Jahren brauchbar
(wenn überhaupt...). Wir
brauchen die Freiheit, uns an gute Lösungen experimentell
heranzutasten, und als Hausbesitzer will ich nicht derjenige sein, der
allen anderen gegenüber immer alle Nachteile zu kompensieren hat.
Wenn das so liefe, dann würde ich einfach nichts mehr zu
verbessern versuchen, es bliebe wie es einmal ist, und wir würden
an Chancen vorbeigehen, in diesem Haus ein besonders schönes Leben
zu führen. Deshalb: Das Mittragen
von Nachteilen bei Experimenten
in Gemeinschaftsbereichen ist ausdrücklich Teil der Vereinbarung
mit allen, die im Haus aktiv sind / wohnen.
- Die Wohnungen sind davon
ausdrücklich ausgenommen - das ist absolut das Reich jedes
einzelnen Mieters!!!
- Wir reden hier über ein
Mehrfamilienhaus in der City, in dem auch gearbeitet wird!
- Die City ist nicht so grün wie Randlagen, und es ist
lauter
(unsere Gegenmaßnahmen: Viel Grün, Dachgarten,
3fach-Verglasung - aber mit einer Lage auf dem Land werden wir nie
mithalten können)
- Jedes Mehrfamilienhaus ist lebendiger (d.h. auch
"lauter") als ein Bungalow. Aber "Ruhe" muß auch möglich
sein!
- Dadurch, daß im GeKu-Haus oben auch Coworking
stattfindet, Loungeetage und unten die Ladengemeinschaft arbeitet, ist
es erheblich
lebendiger als ein reines Wohnhaus! Aber "Ruhe" muß auch
möglich sein!
-
"Schwellenfreies,
seniorengerechtes Luxushotel":
Die gesamte Ausstrahlung des Hauses, alle Gemeinschaftsbereiche,
Wellnessbereich, WCs sollen die Ausstrahlung eines Luxushotels haben,
gleichzeitig aber soweit möglich seniorengerecht sein. Achtung:
Hinter dem Vorhang
des eindrucksvollen Wellness-Bereichs wird ein Bade-Lift stehen, mit
dem Ältere in die Wanne kommen! Sessel im chicen
Dachterrassenbereich/Wintergarten werden so sein, daß sie
Älteren beim Aufstehen helfen, usw.. Es wird alles hyperedel
und chic, aber man wird schon sehen, daß es auch seniorengerecht ist. Wer
das für nicht kombinierbar hält,
für den ist dieses Haus nix.
- Anblick anderer Menschen:
- Wir wollen eine Mischung aus Alt&Jung, das bedeutet,
daß man Alt und Jung im Haus sehen wird. Wen der Anblick der
jeweils anderen Lebensphase stört, sollte besser nicht in's
GeKu-Haus kommen.
- Wir
wollen eine Mischung aus ganz unterschiedlichen Leuten. Vom
Kopfarbeiter über den Handwerker, Studenten,
Existenzgründer, Künstler,... Diese Leute sehen alle anders
aus.
Manche laufen im Anzug durch's Haus, andere lehnen Anzüge ab,
andere sind gepierced, andere laufen mit Bauch in Jogginganzügen
herum. Wem ein "gewisses Niveau" wichtig ist, sollte sich einer solch'
bunten Situation besser nicht aussetzen.
- Erleben anderer Menschen:
- Gemeinschaft
ist
nur eine Option im Haus. Niemand darf sich aufdrängen,
auch Grüppchen im Haus dürfen keinen Gruppendruck
ausüben. Es
ist auch möglich, im GeKu-Haus zu wohnen und sich sehr
zurückzuhalten, keine große Gemeinschaft zu leben. Gern auch
totale Zurückhaltung und einfach nur das Haus genießen!
JEDE(R)
wie er will!!! Gern auch zeitweise so und zu anderen Zeiten anders!!!
- Manche
werden auffälliger als andere im GeKu-Haus
sein. Sie reden vielleicht etwas lauter, sie sind oft präsent,
sehr aktiv,... Aber man darf nie aufdringlich werden! Und alle anderen
müssen tolerieren, daß jede(r) von uns einen anderen
Aktivitätspegel hat.
- Eine
persönliche Bitte: An Tischen oder in
Gemeinschaftsbereichen teilen wir uns alle einen einzigen Luftraum. Es
wäre schön, wenn Menschen, die gern reden, diesen einen
Luftraum nicht einfach so allen anderen wegnehmen. Wenn ich in einer
Runde sitze, in der ein Teilnehmer die ganze Redezeit beansprucht, dann
fühle ich mich so, als ob diese Person den ganzen Kuchen alleine
ißt und niemand sonst bekommt ein Stück (= Redezeit) ab.
Diejenigen, die etwas zögerlicher nach dem Kuchenstück (=
Redezeit) greifen, sollten auch eine Chance bekommen.
- Wenn Alt mit Jung
zusammenleben will,
dann
hat man seine
Wohnung als Rückzugsgebiet (wir geben uns größte
Mühe, dass die Wohnungen immer ruhig sind, leise Teppichböden
in den Fluren, alles gut gedämmt, und mit der CoWorking-Etage
haben wir eine ganze "Puffer-Etage" zwischen der
fröhlich-lebendigen Lounge-Ebene im 6.OG und den ersten
benachbarten Wohnungen im 4.OG), doch in den gemeinsamen
Räumen
wird es
- ab und zu auch mal etwas lauter werden
- mehr Kommen und Gehen geben
- unvorhersagbarer
sein (es kann durchaus sein, daß die Tische in der
Wintergarten-Etage mal umgestellt werden, daß es spontan eine
Party gibt,...)
- immer auch mal wieder neue Leute geben
- Wenn Jung mit Alt
zusammenleben will, dann
hat auch Jung seine Wohnung/WG-Zimmer als Rückzugsgebiet (oder man
wohnt z.B. als CoWorker eh außerhalb des GeKu-Hauses), aber in
den gemeinsamen
Räumen wird es
- nicht so laut sein können wie in einem nur von
jungen Leuten genutzten Haus
- auch andere Rücksichtnahmen geben, die in einem
Nur-Junge-Leute-Haus nicht nötig sind
- Gemeinschaftsbereiche
- Folgende Bereiche sind nur
für die Hausgemeinschaft selbst nutzbar
- Wellnessbereich im UG (bestehend aus Sauna, Dusche,
Wanne, Liegen, Massageraum, Umkleide, WC)
- Tischtennis und Billiardraum im UG
- Multimediaraum im 1.OG
- Trockenraum im 1.OG
- Lounge-Etage im 6.OG
(Gemeinschaftsküche, Loungebereich innen und außen)
- Eventuell
weitere vorhandene Einrichtungen sind Eigentum von Reinhard Wiesemann
oder anderen und können jederzeit entfernt werden. Mit dieser
Regelung möchte ich sicherstellen, dass ich und andere
experimentieren können und nicht plötzlich jemand kommt und
einen darauf festnagelt "früher stand hier ein Flipper - den
erwarte ich ab sofort!". Was in den o.g. Punkten nicht enthalten ist,
ist mein Eigentum oder das von anderen, die Dinge bereitstellen und
anderen zur Nutzung freigeben. Aber es kann jederzeit entfernt werden.
Vereinbart ist nur, was hier in dieser Aufzählung steht.
- Folgende Bereiche sind gegen
Zuzahlung von Bewohnern oder auch von Externen nutzbar, soweit
Kapazität besteht:
- Fahrradraum
- Ladengemeinschaft im EG
- Schlafwagen-Übernachtungsraum im 1.OG
- eine noch nicht entschiedene Anzahl von möblierten
Apartments im 2.-4.OG
- CoWorking-Etage und zugehörige Dachterrasse im 5.OG
- Gemeinschaftsbereiche sind
Haus(!)gemeinschaftsbereiche
- Klar,
jede(r) würde gern 30 Freunde einladen und in der
Gemeinschaftsküche / Wintergarten / Dachterrasse über den
Dächern der Stadt oder im Wellnessbereich seinen Geburtstag
feiern. Da aber so etwa 40
Leute im Haus wohnen und vielleicht 50 dort arbeiten werden (Summe =
90!), sind damit alle Wochenenden komplett mit privaten
Geburtstagsfeiern belegt. GEHT NICHT!!! Dafür hat jede(r) von uns eine
Wohnung, da kann man machen was man will, oder man feiert in Kneipen
oder (das empfehle ich ;-)) im Unperfekthaus, 5
Minuten zu Fuß
entfernt.
- Die
Gemeinschaftsbereiche sind
für die Hausgemeinschaft, und Gäste sind nur geduldet,
solange das keine negativen Effekte hat. Ein Recht darauf, Gäste
in die Gemeinschaftsbereiche zu führen, besteht nicht.
Hintergedanke: Wenn jedem klar ist, daß es kein Recht darauf
gibt, Gäste die Gemeinschaftseinrichtungen nutzen zu lassen, dann
verhält sich jede(r) sehr vorsichtig und rücksichtsvoll und
hat Verständnis, wenn Gäste mal nicht kommen dürfen.
Umgekehrt würde ein
"Gästerecht für die Gemeinschaftsbereiche" dazu führen,
daß manche darauf pochen und man bei Problemen keine
Spielräume mehr hat. Was einmal vereinbart ist, kann nur schwer
zurückgenommen werden!
- Gäste
sind im GeKu-Haus IN DER EIGENEN WOHNUNG willkommen! So ist das in jedem
Mietshaus! (Und in den Gemeinschaftsbereichen sind Gäste gern
geduldet, solange
keine Probleme auftreten, aber es besteht kein RECHT darauf, mit
Gästen die Gemeinschaftsbereiche zu nutzen)
- Ausnahme:
Wer in's GeKu-Haus einzieht, erklärt sich ausdrücklich damit
einverstanden, dass bis zu 20 Gästen die Nutzung der
Gemeinschaftsbereiche erlaubt werden kann. Ziel dieser Regelung ist,
die Hausgemeinschaft auch für interessante Menschen, Nachbarn,...
zu öffnen, was in aller Interesse ist. Vorschläge für
Gäste kann jede(r) machen, Reinhard Wiesemann entscheidet als
Hausbesitzer über diese Nutzungserlaubnis oder bestimmt jemanden,
der diese Entscheidung treffen soll. Wenn keine für diese
Entscheidung bestimmte Person anwesend ist, dann entscheidet die
2/3-Mehrheit der gerade in dem Gemeinschaftsbereichen anwesenden
Hausgemeinschafts-Mitglieder, ob die Gäste die
Gemeinschaftsbereiche nutzen dürfen, wobei Reinhard Wiesemann aber
als Hausbesitzer ein Vetorecht hat.
- Jede(r)
Mieter
muß die Kosten der Gemeinschaftsbereiche anteilig mittragen, auch
wenn er/sie
diese gar nicht braucht. Wenn wir das anders machen würden, dann
müßten die Kosten auf immer weniger Personen umgelegt werden
und würden untragbar. Wer die Gemeinschaftsbereiche nicht braucht,
kann gern dennoch in's GeKu-Haus einziehen, wenn das Haus auch anderen
Gründen für ihn so attraktiv ist, dass er es verschmerzt, die
Kosten der von ihm gar nicht genutzten Gemeinschaftsbereiche dennoch
mittragen zu müssen.
- Die
Hausgemeinschaft
kann mit 2/3 Mehrheit Regeln für die Nutzung der
Gemeinschaftsbereichen beschließen, Reinhard Wiesemann hat als
Hausbesitzer ein Vetorecht.
- Spannungsverhältnisse
aushalten
- "informiert- sein-wollen" und "ich will nicht soviel
überflutet werden" und
- "ich will Nähe, Gemeinschaft" und "ich hab aber auch
Angst davor"
- Kostenfaktor
- Vielfalt kostet Zeit und Geld. Jedem/jeder einzelnen.
- Es ist eine absolut akzeptable Lebenseinstellung, mit
wenig zufrieden zu sein, nicht viel Geld verdienen und / oder nicht
viel für andere tun zu wollen. Wer diese Entscheidung getroffen
hat, sollte aber nicht in ein Haus ziehen, das ziemlich luxuriöse
Wohnungen und riesige Gemeinschaftbereiche, Dachterrassen,
Wellness-Bereich usw. bietet. Natürlich muß das alles
umgelegt werden. Man kann entweder sich an den Kosten beteiligen und
dann mit bestem Gewissen andere die Arbeit machen lassen (wir brauchen
auch Konsumenten für die Arbeit, die ganz viele im Haus gern
verkaufen wollen!!), oder (das ist eine der Besonderheiten im Haus) man
nimmt bezahlte Jobs an, und arbeitet selbst mit, damit alles das
existieren kann, was das Haus bietet. Nochmal: Dies ist KEIN
Plädoyer für ein luxuriöses Leben. Aber wer das will,
hat genauso das Recht dazu wie andere das Recht haben, mit wenig
zufrieden zu sein.
- Vielfalt aushalten
- Ich
habe die Hoffnung, daß wir ganz viele Probleme von Gemeinsamkeit
lösen können, indem wir so selten wie möglich nur "einen
Weg" gehen. Vielfalt ist für mich der Schlüssel, wie man
Gemeinschaft und Individualität zusammenbringen kann.
- Aber
Vielfalt
kann immer wieder auch Belastung bringen. Man muß
auswählen, und man bekommt viel mehr Informationen, als in
Strukturen, in denen eh alles festgelegt ist. Wem immer alles zuviel
ist, wer nicht soviel lesen will, der sollte sich keiner so
vielfältigen Struktur aussetzen! Wir werden das alles in
sinnvollem Rahmen halten, aber eine vielfältige Umgebung bedeutet
automatisch mehr Kommunikation! Jede(r) muß überlegen, ob er
das will. Vielfalt ist nicht für jede(n) etwas, es ist auch nicht
unbedingt immer nur angenehm...
- Zur Vielfalt gehört übrigens
auch, mal keine Vielfalt haben zu wollen... ;-)
- Und
wir müssen uns davor hüten, unnötig in
Ein-Lösungs-Strukturen zu verfallen. Manche finden es z.B.
hilfreich, auf einem Bildschirm in der eigenen Wohnung zu sehen, wer
gerade oben in der Gemeinschaftsküche ist (damit sie gezielt dann
hoch gehen können, wenn bestimmte Personen da sind). Andere
fühlen sich dann überwacht. Lösung ist kein "Kamera oder
nicht-Kamera", sondern einfach "Die Kamera sieht nur einen Bereich des
Gemeinschaftsbereichs, ein anderer ist frei von Kamera. Jeder
entscheidet, wo er sich hinsetzt"
- Eigenschaften, die vermutlich
zum Haus passen
- Macher, Analytiker, Kümmerer, Hilfsbereitschaft...
- Positive, bejahende, offene und tolerante
Lebenseinstellung - siehe
dazu diese Studie - wirklich lesenswert! Zitat: "„Wirksame
Maßnahmen müssen also nicht so sehr darauf abzielen, einsame
Menschen mehr mit anderen in Kontakt zu bringen oder ihre sozialen
Fähigkeiten zu verbessern“, sagt Cacioppo. „Es geht vor allem
darum, etwas an der Art zu verändern, wie die Betroffenen andere
Menschen wahrnehmen, wie sie über sie denken und wie sie sich
anderen gegenüber verhalten.“
- INDIVIDUALITÄT
- Ruhebedürfnis UND Bedürfnis nach Leben (das ist
kein Widerspruch! Mal so, mal so, und das Haus muß beides bieten)
- Toleranz und Überwindungsfähigkeit: Vielfalt
braucht Neugier. Es kostet alle
Beteiligte immer wieder Energie, sich auf Neues einzulassen und
neugierig auf Fremde zu sein. Aber man muß nicht immer neugierig
sein! Dann jedoch muß die Toleranz einsetzen.
- Konfliktfähigkeit: Es wird Streit und Konflikte
geben. Wichtig ist, dass man auch mal Ambivalenzen aushalten kann.
- Vorliebe für Experimente, Ausprobieren, Unperfektion
- Der Gedanke, daß man oft jahrelang gegen eine Sache
/ Denkweise ist, irgendwann lernt, daß man auf dem falschen
Dampfer war, und daß es dann gut ist, daß andere Leute
diese Denkweise verfolgt haben und man nun "auf deren Dampfer" springen
kann. Deshalb ist es gut, daß andere Leute andere Wege gehen!
- Einflußmöglichkeiten auf
die Gestaltung
Mein Prinzip ist immer, daß ich mich
sowenig wie möglich einmischen will. Ich weiß selbst,
daß ich mich nur
in einem sehr freien Umfeld wohlfühle. Aber es gibt zwei
Kriterien,
nach denen ich mich als Hausbesitzer und Konzeptinitiator doch
einmischen muß:
- Ich
muß mit dem leben, was da gebaut wird! Alle anderen
können erstmal massig mitbestimmen, und dann gar nicht einziehen
oder nach
kurzer Zeit schon wieder gehen. Dann stehe ich da mit dem, was gemacht
wurde und muß schauen, ob ich dafür wieder jemanden finde.
Aus diesem
Grund sind die Wohnungen "universell" geplant von Profis, die wissen,
was man "im Allgemeinen so braucht". Mit diesen Wohnungen habe ich als
Hausbesitzer gute Chancen, immer wieder Mieter zu finden, auch wenn
jemand auszieht. Wenn ich jetzt aber anfange, Wände zu
verschieben,
spezielle Einbauten zu machen,..., dann wird die Wohnung sehr speziell
für den/diejenige, die dort einzieht und von der ich nicht
weiß,
wielange sie denn wohl bleibt. Spezielle Einbauten usw. kann ich daher
als Vermieter nicht auf meine Kosten machen. Ihr könnt vieles auf
Eure
Kosten machen, aber die Wohnung muß immer so bleiben, daß
ich als
Vermieter die Chance habe, auch andere Mieter zu finden, falls Ihr mal
auszieht - also, bitte Absprache halten!
- Das Haus hat die Ausrichtung "Alt&Jung /
Leben&Arbeiten", es ist kein beliebiges Haus.
Dies führt mich dazu,
daß ich selbst möglichst wenig
in den Wohnungen fertig gestalten will. Alles, was ich bezahlen
muß,
bringt automatisch mein Mitspracherecht ein, und das will man in seiner
Wohnung m.E. sowenig wie möglich haben. Ich stelle mir daher vor,
daß
ich vielleicht wie folgt vorgehe:
- Von mir gestellt:
- Wände, Fenster, Balkone, Türen,
Heizung, Strom, Internet-Anschluß, Kabel-Anschluß,
Bäder...
- Kritischer Punkt: Bodenbeläge im 2. 3., 4.
und 5.
OG
MÜSSEN Teppich oder Weichboden sein, aus
Schallschutz-Gründen, um denjenigen zu
schützen, der in der Etage darunter wohnt. Auch wenn es vermutlich
wegen unserer sehr dicken Betondecken nicht unbedingt nötig ist
(wir übertreffen den notwendigen Schallschutz sehr!). Aber ich
weiß von
Eigentumswohnungen in
Florida, daß selbst dort (in Eigentumswohnungen!) eine Teppichboden-Pflicht
existiert und halte das für sehr sinnvoll. Ich
will nicht auf meine Kosten erst auf Wunsch eines Bewohners einen
Hartboden zulassen und dann zwischen diesem und seinem Kollegen eine
Etage tiefer den Streit schlichten müssen, ob da
Trittgeräusche stören oder nicht. Denn das muß man auch
sehen: Wenn Streitigkeiten auftreten, dann muß ein Gutachter
gerufen werden, dann werden Messungen gemacht, das kostet ein
Heidengeld. Und: Es ist absolut sicher, daß jeder Handwerker, der
sich anschaut, wie sein Vorgänger-Handwerker den Hartboden verlegt
hat, das alles "gaaaaanz anders!" machen würde. Man betritt hier
Ausläufer des "unnötige Kosten - Wunderlandes"...
Es geht ja auch nicht nur um den durch die Decke übertragenen
Körperschall, sondern auch um den durch die Luft, Wände,
Türen übertragenen Schall. Probiert es einfach mal aus: Wer
auf einem Hartboden mit harten Sohlen läuft, der erzeugt
einfach viel mehr Schall, als wenn er auf Teppich läuft. Der
Lärm entsteht erst gar nicht, wenn man Teppich hat!
Natürlich
kann man den Lärm erstmal erzeugen und sich danach dann auf die
Dämmung verlassen, hoffen, daß der unnötig gemachte
Lärm dann irgendwie schon wieder abgebaut wird. Aber ich will
diese unnötige Lärmquelle "Hartboden" einfach gar nicht erst
zulasen (wo nicht unbedingt nötig). Ein Problem weniger, und zwar
ein Problem, das sehr schwer in den Griff zu bekommen ist und enorm
Kosten und Ärger verursachen kann! In den Bädern und
Küchen gibt's natürlich Hartböden.
Hier übrigens eine Info des Deutschen
Allergikerbundes. Zitat: "Für
Allergiker
sind glatte Böden nur günstiger, wenn sie sehr
häufig (in der Regel täglich) gewischt werden, da anfallender
Staub hier stärker aufgewirbelt wird als bei kurzflorigen
Teppichböden."
- Alles andere kann vermutlich jede(r) machen, wie
er will. Ihr könnt Zwischenwände einziehen, Einbaumöbel,
Tapeten,
Holzvertäfelungen, Schiebetüren,... - nur bitte kurz
absprechen.
Mit anderen Worten,
zusammengefaßt:
Das Gesetz ist unsymmetrisch, was die Bindung von Mieter und Vermieter
an das Haus angeht:
Mieter
dürfen jederzeit wieder ausziehen,
doch der Vermieter muß damit leben, was hinterlassen wurde.
Daraus folgt m.E.,
- daß
der Vermieter sich auf die festeingebauten Dinge beschränken und
alles
andere dem Mieter überlassen sollte. Weil der Mieter frei ist,
jederzeit zu gehen, kann der Vermieter nur Standarddinge stellen, alles
andere muß der Mieter selbst machen.
- Der Mieter jedoch kann risikolos Einbauten machen, denn er
wird durch das Mietrecht geschützt.
Aber, ob diese Gedanken richtig sind, wird sich erst noch
zeigen müssen. Kritik, Diskussion oder andere Gedanken
erwünscht! So denke ich im Moment, aber ich lerne gern dazu!!! Und
Unsicherheit und Offenheit sollte auch den hier
geäußerten Gedanken entgegengebracht werden.
Zurück zur
Beschreibung des Hauses...
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